bannerwider.jpg

Der Widerrufsbutton für Friseur- und Beautysalons: Was er für Deinen Salon bedeutet

24.6.2026

Ab dem 19. Juni 2026 gilt in weiten Teilen Europas eine neue Regel: der Widerrufsbutton, der EU-weit durch die Richtlinie (EU) 2023/2673 eingeführt wurde und Artikel 11a in die Verbraucherrechte-Richtlinie 2011/83/EU einfügt. In Deutschland ist diese Vorgabe als neuer § 356a BGB umgesetzt, der ebenfalls am 19. Juni 2026 in Kraft tritt. Wer Verbraucherinnen und Verbrauchern ermöglicht, online Verträge abzuschließen – einen Gutschein, ein Abo –, muss ihnen einen ebenso einfachen Weg bieten, von diesen Verträgen zurückzutreten. Der Grundgedanke ist einfach: Wer mit einem Klick kaufen kann, soll auch mit einem Klick widerrufen können.

Gilt das auch für Deine Buchungen? Und was bedeutet das konkret?

Das hängt von der Buchung ab. Bucht eine Kundin oder ein Kunde online einen Termin, und ist daran weder eine Zahlung noch eine Stornierungsregelung geknüpft, ist der Widerrufsbutton im Grunde irrelevant – es gibt nichts zu erstatten und der Widerruf funktioniert heute für Kunde und Salon gleich wie es eine normale Stornierung bis heute auch schon gemacht hat. Der Button ist immer klar ersichtlich und es kann oder jegliche Kosten ein Termin online so einfach storniert werden wie er gebucht wurde.

Der Unterschied entsteht erst da, wo eine Buchung mit Anzahlung oder No-Show-Regelung entsteht. Hier kann das neue Gesetz einen echten Unterschied machen, die Rechtslage ist aber ehrlich gesagt noch nicht sehr genau geregelt.

Entscheidend ist: Der Button spielt immer nur dort eine Rolle, wo überhaupt ein Widerrufsrecht besteht. Wo für eine Leistung kein Widerrufsrecht gilt, gibt es für den Button nichts zu tun. Und ob dieses Recht besteht, ist selbst eine Frage der rechtlichen Auslegung – sie hängt von der Art der gebuchten Leistung ab.

Etwas Hintergrund hilft hier. Zwischen 2014 und 2026 wurden Friseurtermine weitgehend als terminbasierte Leistungen im Zusammenhang mit Freizeitbetätigungen behandelt – eine Kategorie, die das EU-Recht (Artikel 16 Buchstabe l der Verbraucherrechte-Richtlinie 2011/83/EU, in Deutschland umgesetzt in § 312g Abs. 2 Nr. 9 BGB) vom Widerrufsrecht ausnimmt. Nach dieser Lesart würde ein terminierter Salonbesuch überhaupt kein Widerrufsrecht auslösen.

Diese Position ist jedoch heute nicht mehr unumstritten. Zwar haben weder die Gerichte noch der Gesetzgeber dies abschließend entschieden, doch mehrere Stellen – darunter das deutsche Bundesministerium der Justiz (BMJV) und die österreichische Wirtschaftskammer (WKO) – haben signalisiert, dass sie Friseurtermine nicht unter diese Freizeit-Ausnahme fassen. Eine finale Klärung zu dem Thema steht jedoch noch aus.

Wie auch immer es ausgeht – darum solltest Du Dir nicht den Kopf zerbrechen müssen. Wir haben Salonkee so vorbereitet, dass es in jedem Fall regelkonform ist, sodass weder Du noch Dein Salon das rechtliche Risiko tragen.

Beginnen wir mit dem Teil, der für Dich am wichtigsten ist.

Die gute Nachricht: Du musst nichts tun

Wir haben die Widerrufsfunktion direkt in Salonkee eingebaut, und sie aktiviert sich am 19. Juni automatisch – für Online-Gutscheine, Abos und online gebuchte Leistungen, bei denen ein Widerrufsrecht gilt. Keine Einrichtung, keine neuen Einstellungen, keine zusätzlichen Schritte für Dich oder Dein Team. Der Button erscheint nur dann, wenn er soll, und nur so lange, wie er soll.

Was sich tatsächlich ändert

Das Widerrufsrecht selbst ist nicht neu – Verbraucherinnen und Verbraucher, die online buchen oder kaufen, haben seit Jahren ein 14-tägiges Widerrufsrecht, ohne Angabe von Gründen. Neu ist, dass es jetzt sichtbar und einfach nutzbar sein muss: ein klar beschrifteter Button („Vertrag widerrufen oder Termin stornieren“), der während der Widerrufsfrist dauerhaft verfügbar ist, statt in einem Telefonanruf oder einem Brief verborgen zu sein.

Für die Beautybranche bedeutet das in der Praxis:

  • Kundinnen und Kunden können eine Online-Buchung, einen Gutschein oder ein Abo innerhalb von 14 Tagen widerrufen, solange die Leistung noch nicht vollständig erbracht wurde.

  • Ein Widerruf bedeutet eine vollständige Erstattung auf das ursprüngliche Zahlungsmittel.

  • Deine Stornierungsregeln gelten weiterhin – sie greifen lediglich erst nach Ablauf der 14-tägigen Widerrufsfrist.

  • Ein No-Show – jemand, der einfach nicht erscheint und nie widerrufen hat – ist gar kein Widerruf, also ändert sich daran nichts.

Das Ganze im Verhältnis betrachtet

Die meisten von Euch haben ohnehin jede Woche mit kurzfristigen Umbuchungen und Stornierungen zu tun – ein großes Ärgernis, bei dem eine Stornierungsregelung zwar teilweise half, aber auch nicht das Allheilmittel war. Welche Art von Kundschaft Du in Deinen Salon ziehst und wie Du sie prägst, bleibt ein Schlüsselfaktor, um No-Shows gering zu halten. Die Kundinnen und Kunden, die Dich als ihre vertraute Friseur- oder Beauty-Expertin bzw. ihren vertrauten Experten wählen, kommen in der Regel gerne und wollen ihre Termine nicht verpassen. In den allermeisten Fällen wird sich nur sehr wenig daran ändern, wie es heute schon läuft.

Darüber hinaus hat Salonkee mehrere starke Lösungen entwickelt, um kurzfristige Lücken so gut wie möglich zu füllen. Unsere intelligente Warteliste sorgt dafür, dass solche Lücken oft schon wenige Minuten nach ihrem Freiwerden wieder belegt werden.

Die Salons, die florieren, sind die, zu denen die Menschen gerne zurückkehren – nicht die, die das Weggehen schwer machen.

Unsere eigene Haltung zu dem Thema ist sehr klar. Wir betrachten eine Regel, die für den Online-Handel gemacht wurde, als absolut unpassend für Beauty-Termine. Wenn jemand einen verbindlich gebuchten Termin nicht einhalten kann, nur kurzfristig oder gar nicht absagt, dann entsteht ein klarer Schaden für den Salon für den der Kunde aufkommen sollte. Natürlich gibt es auch mal gute Gründe und Ausnahmen, aber diese sollten vom Salon aus Kulanz getragen werden können aber den Endkunden nicht prinzipiell jeder Verantwortung entziehen. Doch bis das Thema rechtlich zu 100% geklärt, seid Ihr mit dem Button auf der sichereren Seite.

FAQ

Mehr denn je. Bei einer Anzahlung ging es nie wirklich um das Geld im Voraus – es geht um Verbindlichkeit. Sobald jemand auch nur einen kleinen Betrag für einen Termin hinterlegt hat, ist die Wahrscheinlichkeit weit höher, dass er den Termin auch wahrnimmt. Die Widerrufsregel ändert daran nichts: Widerruft eine Kundin oder ein Kunde innerhalb der 14 Tage, wird die Anzahlung erstattet – in jedem anderen Fall tut sie weiterhin genau das, was sie immer getan hat.

Ja – Deine Stornierungsbedingungen bleiben unangetastet. Die einzige Einschränkung ist, dass sie während der 14-tägigen Widerrufsfrist nicht angewendet werden dürfen. In dem Moment, in dem diese Frist endet, greifen Deine üblichen Regeln genauso wie heute – vorausgesetzt, Du hast sie der Kundschaft vorab klar mitgeteilt.

Das Datum der ursprünglichen Buchung. Die 14-tägige Widerrufsfrist läuft ab dem Zustandekommen des Vertrags – also ab der ersten Buchung. Verschiebt die Kundin oder der Kunde den Termin später auf einen neuen Zeitpunkt, setzt das die Frist nicht zurück: Maßgeblich bleibt der Zeitpunkt der ersten Buchung.

Ein No-Show – jemand, der einfach nicht erscheint und nie widerrufen hat – ist gar kein Widerruf, also ändert sich daran nichts. Behandle ihn genau wie bisher, nach Deinen eigenen No-Show-Bedingungen.

Ein vollständig eingelöster Gutschein kann nicht mehr widerrufen werden, weil die Leistung erbracht wurde. Das System erkennt eingelöste Gutscheine und bietet dafür keinen Online-Widerruf an. Wurde ein Gutschein nur teilweise genutzt, wird der Wert des bereits genutzten Teils von einer etwaigen Erstattung abgezogen.

Das Widerrufsrecht steht der Käuferin oder dem Käufer zu, nicht der beschenkten Person – und nur, solange der Gutschein noch nicht eingelöst wurde.

Ein Widerruf ist ein gesetzliches Recht, den Vertrag innerhalb von 14 Tagen rückgängig zu machen, mit voller Erstattung. Eine Stornierung richtet sich nach den Bedingungen Deines Salons und greift erst, sobald die 14-tägige Widerrufsfrist abgelaufen ist. Also: Innerhalb der Frist gelten die Widerrufsregeln, nach der Frist Deine Stornierungsregeln.

Nein. Eine Buchung, die Deine Kundschaft persönlich im Salon vornimmt, ist ein Vertrag in Deinen Geschäftsräumen – und das Widerrufsrecht erfasst nur Verträge, die im Fernabsatz (online oder telefonisch) oder außerhalb Deiner Geschäftsräume geschlossen werden. Wenn also jemand beim Hinausgehen am Empfang einen neuen Termin bucht, entsteht kein 14-tägiges Widerrufsrecht und es ist kein Button im Spiel. Er kommt nur bei online gebuchten Terminen zum Tragen.

Vergleichbare Regeln gelten in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und Belgien. Die Schweiz ist nicht betroffen – das Schweizer Recht sieht kein allgemeines Widerrufsrecht für Online-Käufe vor, daher wird der Button dort nicht angezeigt.

Sie beginnt mit dem Zustandekommen der Buchung. Bei Dienstleistungen laufen die 14 Tage ab dem Moment des Vertragsabschlusses – bei einem Termin, der einige Wochen im Voraus gebucht wird, ist die Frist daher meist längst abgelaufen, wenn die Kundin oder der Kunde bei Dir im Stuhl sitzt.

Die Kundin oder der Kunde kann bis zur Erbringung der Leistung widerrufen. Sobald Du den Termin vollständig erbracht hast – mit dem Einverständnis, innerhalb der Frist fortzufahren –, entfällt das Widerrufsrecht für diese Leistung. Wer erscheint und sich die Haare machen lässt, hat die Leistung in Anspruch genommen, nicht widerrufen.

Hier sind zwei verschiedene Dinge im Spiel. Das 14-tägige Widerrufsrecht gilt auch für eine telefonische Buchung, denn eine telefonisch getätigte Buchung ist ebenfalls ein Fernabsatzvertrag. Der Button ist jedoch eine separate Pflicht – er muss nur für Verträge angeboten werden, die über eine Online-Schnittstelle wie eine Website oder App geschlossen werden. Ein Telefonanruf ist keine Online-Schnittstelle, also gibt es nichts, woran ein elektronischer Button andocken könnte, und die Button-Pflicht greift nicht – obwohl das Widerrufsrecht der Kundschaft besteht. Persönliche Buchungen im Salon sind wiederum etwas anderes: Als Verträge in den Geschäftsräumen begründen sie überhaupt kein Widerrufsrecht.

Salonkee übernimmt das für Dich. Nutzt eine Kundin oder ein Kunde die Widerrufsfunktion, erfasst das System dies, versendet die gesetzlich vorgeschriebene Bestätigung und zeigt es in Deinem Dashboard an – für die Benachrichtigung selbst musst Du nichts manuell tun.

Erstattungen sind unverzüglich fällig, spätestens jedoch innerhalb von 14 Tagen nach dem Widerruf. Salonkee wickelt die Erstattung automatisch über Deinen Zahlungsdienstleister ab, sodass Du ihr nicht hinterherlaufen musst.

Nein. Deine Stornierungs- und No-Show-Bedingungen bleiben gültig – sie gelten lediglich nach der 14-Tage-Frist statt während ihr. Das Einzige, was sich zu prüfen lohnt, ist, dass Deine Kundschaft vorab klar über diese Bedingungen informiert wird, was ohnehin gute Praxis ist.

Ja, innerhalb der 14 Tage – aber der Wert dessen, was bereits genutzt wurde, wird von der Erstattung abgezogen. Es ist dieselbe Logik wie bei einem teilweise eingelösten Gutschein: Man bekommt zurück, was man nicht genutzt hat, nicht den vollen Betrag.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Wir haben ihn sorgfältig recherchiert, doch die Rechtslage rund um den Widerrufsbutton ist an einigen Stellen noch im Fluss und kann sich ändern. Für eine verbindliche Einschätzung Deiner konkreten Situation wende Dich bitte an eine qualifizierte Rechtsanwältin oder einen qualifizierten Rechtsanwalt.

Quellen: Richtlinie (EU) 2023/2673, die Artikel 11a in die Verbraucherrechte-Richtlinie 2011/83/EU einfügt. Nationale Umsetzung des Widerrufsbuttons: Deutschland – § 356a BGB (elektronische Widerrufsfunktion, in Kraft ab 19. Juni 2026), daneben §§ 312g, 355–357 BGB; Österreich – § 13a FAGG (Fern- und Auswärtsgeschäfte-Gesetz, eingeführt durch das Verbraucherrechts-Änderungsgesetz 2026).

© Salonkee